Kantdada (2013)

KANTDADA
(16:9 1080p, 13:30 Min., Farbe colour, D 2013)

Darstellerin cast
Olga Suvorova

Gefördert durch das Ministerium für Justiz, Kultur
und Europa des Landes Schleswig-Holstein

KANTDADA (Videostill, 2013)

Die Kunst wird bloß so als ob vollendet.
Art is merely as if completed.

Die Aufnahmen für Kai Zimmers Film Kantdada entstanden
in der Stadt Kaliningrad, ehemals Königsberg, Heimat des
Philosophen Immanuel Kant. Der Film zeigt Szenen aus dem
Kaliningrader Alltagsleben und wirkt beinahe dokumentarisch,
würde der Blick der Kamera nicht so häufig auf vorbeieilenden
Frauenbeinen in hochhackigen Schuhen verweilen.
Dazwischen erscheint immer wieder das Konterfei
einer blonden Frau,
 der Russin Olga Suvorova.
Ihr gehört die Stimme, die aus
 dem Off spricht,
rhythmisch und abgehackt:

„Die. Kunst. Wird. Bloß. So. Als. Ob. Vollendet.“
Diese Worte sind Fragmente aus Kants Werken,
die Zimmer zuvor von Suvorova vorlesen ließ und
anschließend zu einer kryptischen Collage, ‚Kant-Dada‘ eben,
montiert hat. Dem Kant’schen Wortstakkato stellt Zimmer
die Kürzesterzählung „Fall 19 – Begegnung“ des russischen
Literaten Daniil Charms zur Seite: „Da ging einmal ein Mann
ins Büro
 und traf unterwegs einen anderen Mann, der soeben
ein polnisches Weißbrot gekauft hatte und sich auf dem
Heimweg befand. Das ist eigentlich alles.“
Kantdada spielt dabei nicht nur mit dem Sinn
(oder Un-Sinn) des Textes, sondern löst auch die
dazu gezeigten Bilder aus ihrem Kontext
im urbanen Alltagsgeschehen.
(Katalog Marler Medienkunstpreise 2013 2014)

Kai Zimmer’s film Kantdada was shot in the city of Kaliningrad,
formerly Königsberg and home of the philosopher Immanuel Kant.
The film shows scenes of everyday life in Kaliningrad and is
almost like a documentary,
 if only the camera would not so often
linger on the legs of women in high heels who pass by.

In between we see the image of a Russian blonde, Olga Suvorova.
It’s her voice that we hear off-screen, rhythmic and staccato:
„Art. Is. Only. As. If. Completed.“.
These words are fragments of Kant’s works,
which Zimmer made Suvorova made read aloud
 earlier
and then assembled as a cryptic collage Kant-Dada.
Zimmer combines the cantian word-staccato
with the shortest story „Case 19 – an encounter“

by the Russian writer Daniil Charms. Kantdada plays not only
with the sense (or nonsense) of the text but also removes

the accompanying pictures from their context of everyday urban life.
(Catalogue Media Art Prize Marl 2013 2014)

KANTDADA Skulpturenmuseum Glaskasten Marl/(CI5583)