Transformers (2003)

(6 Min., D 2003)

Loops der Unendlichkeit

Es sind jeweils acht Portraiteinstellungen von acht Darstellern (Robert Mitchum, Edward G. Robinson, James Stewart, Jean Gabin, Marcello Mastroianni, Burt Lancaster, Henry Fonda und Spencer Tracy), die „schon tot“ und dadurch noch mehr als zu Lebzeiten in mythische Unsterblichkeit entrückt sind. Zimmer reiht sie in chronologischer Folge und zeigt so in den Sequenzen für jede Film-Ikone das Altern des Filmgesichts, die „Transformation“ durch Zeit.

Zu Beginn ein Gewitter von „Snapshots“, wird das Tempo des Films somit immer ruhiger, scheint die Zeit immer langsamer, asymptotisch auf den letzten, unendlichen Moment des Todes hin zu laufen, bis am Ende (als Klammer auch am Anfang) ein vergrößerter Mund aus dem Film THE WIZARD OF OZ die Worte „There’s no place like home“ flüstert. Dechiffrierbar ist das freilich nur aus der eingeblendeten Schrift, denn der Soundtrack von TRANSFORMERS ist stumm, abgesehen vom Schnitt-Klicken und in den Loops rhythmisch werdenden Rauschen der gesampelten Filmsequenzen, wenn die Darsteller im zuwartenden Augenblick schweigen.

Nur dem aufmerksamsten Betrachter wird sich erschließen, dass Zimmer die Loops periodisch rückwärts laufen lässt, dass sich die Zeit in jeder zweiten Sequenz vom Sterben zum Debüt des jeweiligen Schauspielers bewegt. Das darf man als Reflex auf das Medium ebenso begreifen wie als erneut überstrukturierte Bezugnahme auf das von den Romantikern gerne bemühte Symbol der liegenden Acht, die für Unendlichkeit steht. Auf- und Abschwung der Zeit wie des Lebens, der Existenz überhaupt, bilden dieses Zeichen im Vorwärts und Rückwärts des zeitgerafften Lebenslaufs (nicht nur) auf Leinwänden, der somit zyklisch wird. Der Anfang kennt sein Ende, dem Ende ist sein Anfang immer schon einbeschrieben.

(Jörg Meyer, Infomedia-SH, 2003)